Billigangebote können teuer werden!
Angebote für handwerkliche Leistungen sind Leistungsversprechen. Bereits bei der Auftragsvergabe ist eine gute Arbeit erkennbar. Wer Billigangeboten den Zuschlag gibt, um Kosten zu sparen, riskiert billige Arbeit. Das kann teuer werden! Schlechte Ausführungen und frühzeitig auftretende Schäden sind oftmals die Folgen.
Qualitätsarbeit ist ihren Preis wert!
Diese Prüfsteine sollen Auftraggebern helfen, Angebote sorgfältig zu planen und zu prüfen.
- Prüfen Sie Angebote sorgfältig. Vergeben Sie Aufträge nicht voreilig an die unter dem Strich billigste Offerte. Ein Angebot ist zunächst ein Leistungsversprechen.
- Kennen Sie die Leistungsfähigkeit der Anbieter? Wenn Sie den Anbieter nicht persönlich kennen, fragen Sie die örtliche Innung oder die Kreishandwerkerschaft, ob er als leistungsfähiger Meisterbetrieb bekannt ist. Ortsfremde Firmen sind häufig nicht mehr greifbar, wenn Mängel zu beseitigen sind.
- Geben Sie einheitliche Leistungsbeschreibungen vor und prüfen Sie die einzelnen Angebotspositionen. Je genauer die fachliche Leistungsbeschreibungen, desto weniger hat man später mit Missverständnisse zu kämpfen. Es erleichtert auch das Prüfen von Angeboten.
- Das Preis-Leistungsverhältnis muss stimmen. Das billigste Angebot ist nicht immer das beste. Prüfen Sie extrem teure und billige Offerten besonders kritisch. Als Richtlinie gilt: Das technisch, wirtschaftlich und gestalterisch annehmbarste Angebot erhält den Zuschlag ( Auszug aus § 25 VOB / A )
- Festpreis je Mengeneinheit. Üblich ist ein Einheitspreis je Quadratmeter, Meter oder Stück. Nur in Ausnahmefällen wird ein Stundenverrechnungspreis (Regiestunden) vereinbart. Der ist notwendig, falls sich die Arbeiten aufgrund der Gegebenheiten (z.B. bei Altbausanierungen od. nicht einsehbaren Umständen) nicht genau kalkulieren lassen.
- Der Stundenverrechnungspreis. Meisterbetriebe haben unterschiedliche Kosten und Stundenverrechnungspreise. Belegt und überprüfbar ist aber die durchschnittliche Zusammensetzung des Stundenverrechnungspreises: Lohn, Werkstoffen, Gemeinkosten, Sonderkosten, Betriebsergebnis.
- Vor der Auftragsvergabe sollten Sie sich über sämtliche anfallenden Kosten (Stundenverrechnungssatz, Höhe der Fahrkosten, Zahlungskonditionen, etc.) erkundigen.
- Zu einem guten Angebot gehört mehr. Vergleichen Sie auch ausgeführte Objekte und den Service: technische, bauphysikalische und gestalterische Beratung. Dazu gehört die selbstverständliche Gewährleistung der Anbieter.
- Bei mündlich erteilten Aufträgen oder Reparaturaufträgen sollten im Gespräch mit dem Handwerksmeister möglichst genaue Angaben über Art und Umfang der auszuführenden Arbeiten gemacht werden. Der Handwerker kann damit den Zeit-, Werkzeug-, Material- und Personalbedarf besser planen und dem Kunden werden unnötige Kosten erspart.
- Die Zeiten für An- und Abfahrt müssen bezahlt werden. Ein Handwerker aus der Nachbarschaft ist deshalb in der Regel günstiger.
- Planen Sie regelmäßige Instandsetzungsarbeiten. Damit halten Sie Ihre Kosten in Grenzen. Rechtzeitige Instandsetzungsarbeiten oder Wartungsarbeiten sind preiswerter als die Behebung größerer Schäden. Planen Sie mit ihrem Meisterbetrieb einen Instandsetzungsrhythmus.






